Zum Inhalt
Vorgespräch vereinbaren
Christian von Baumbach als Trainer in der Schlichterausbildung SOBau der ARGE Baurecht

Baumediation in Berlin – Konflikte in Bauprojekten klären

Auf dem Bau eskalieren Konflikte schnell: Nachträge werden bestritten, Termine verschieben sich, Mängel werden hin- und hergeschoben, und irgendwann reden die Beteiligten nur noch über Anwälte miteinander. Dabei läuft das Projekt weiter, und jeder Tag Stillstand kostet.

Baumediation bringt die Beteiligten an einen Tisch, solange das Projekt noch läuft. Ziel ist eine Vereinbarung, mit der alle weiterarbeiten können, statt eines Urteils Jahre später. Ich mediiere Baukonflikte und bilde seit fünf Jahren Schlichterinnen und Schlichter in der Schlichtungsausbildung der ARGE Baurecht (SOBau) aus.

Wann Baumediation sinnvoll ist

  • Nachträge und Vergütung: Auftraggeber und Auftragnehmer streiten über Leistungsänderungen, Mehrkosten oder Abschlagszahlungen.
  • Termine und Bauablauf: Verzögerungen, Behinderungsanzeigen und die Frage, wer sie verursacht hat.
  • Mängel und Abnahme: Uneinigkeit darüber, was mangelhaft ist, wer nachbessert und wann abgenommen wird.
  • Zusammenarbeit im Projektteam: Bauherr, Architekten, Fachplaner und Bauleitung arbeiten gegeneinander statt miteinander.
  • Mehrere Parteien: Generalunternehmer, Nachunternehmer und Planer, bei denen sich niemand allein verantwortlich sieht.

Geht es um die Zusammenarbeit im Projektteam ohne Bauvertragsstreit, passt oft die Teammediation.

Ein kurzes Gespräch bringt Klarheit.

30 Minuten, kostenlos, vertraulich.

Mediation, Schlichtung oder Gericht?

Die drei Verfahren unterscheiden sich darin, wer entscheidet.

  • Mediation: Die Beteiligten entwickeln die Lösung selbst, ich strukturiere das Verfahren. Das Ergebnis ist eine Vereinbarung, die alle mittragen. Geeignet, wenn die Zusammenarbeit weitergehen soll und die Beteiligten verhandlungsbereit sind.
  • Schlichtung (z. B. nach SOBau): Das Verfahren ähnelt der Mediation, orientiert sich aber stärker am geltenden Recht. Die Schlichterin oder der Schlichter kann den Streit einschätzen und bewerten und einen Schlichtungsvorschlag machen. Die Parteien bleiben frei, den Vorschlag anzunehmen oder abzulehnen. Geeignet, wenn eine fachliche oder rechtliche Einschätzung gebraucht wird.
  • Gericht oder Schiedsgericht: Ein Dritter entscheidet verbindlich. Geeignet, wenn keine Einigung möglich ist oder ein Präzedenzfall gebraucht wird.

Mediation und Schlichtung gehören beide zu den alternativen Streitlösungsverfahren: Die Entscheidung bleibt bei den Parteien.

Die Verfahren schließen sich nicht aus. Häufig klärt eine Mediation den größten Teil der Themen, und nur eine einzelne Fachfrage geht in die Schlichtung oder vor Gericht.

So läuft eine Baumediation ab

  • Vorgespräch: Wer ist beteiligt, worum geht es, welche Fristen laufen? Ich kläre, ob Mediation das passende Verfahren ist.
  • Einzelgespräche: Jede Partei schildert ihre Sicht vertraulich. So sind die gemeinsamen Sitzungen vorbereitet.
  • Gemeinsame Sitzungen: Themen sammeln, Interessen klären, Lösungen entwickeln. Fachleute wie Sachverständige oder Anwälte können einbezogen werden, wenn alle zustimmen.
  • Vereinbarung: Das Ergebnis wird schriftlich festgehalten, bei Bedarf anwaltlich geprüft und in den Vertrag übernommen.

Baumediationen laufen meist in wenigen Wochen, parallel zum Projekt. Bei größeren Vorhaben ist auch eine dauerhafte Begleitung möglich: regelmäßige Gespräche über die Projektlaufzeit, in denen Spannungen geklärt werden, bevor sie eskalieren. Sitzungen finden in Berlin, auf der Baustelle oder online statt.

Aus der Praxis

Moderation 6 Beteiligte · 2 Gespräche

In einem Bauprojekt eskalieren Konflikte zwischen sechs Beteiligten auf Projektebene.

Ergebnis

In zwei moderierten Gesprächen werden Missverständnisse ausgeräumt und die Zusammenarbeit neu geregelt.

Aus der Schlichterausbildung

Kathrin Heerdt

Rechtsanwältin, Fachanwältin für Bau- und Architektenrecht

„Ich hatte das Glück, bei dem Schlichterseminar der ARGE Bau- und Immobilienrecht Christian von Baumbach als Referenten kennenzulernen und von ihm lernen zu dürfen. Ich bin überzeugt davon, dass die durch Christian von Baumbach vermittelten Inhalte und Erklärungen meine anwaltliche Tätigkeit im Interesse meiner Mandanten und deren Verhandlungspartnern in besonderem Maße bereichert haben. Durch Veranschaulichung und Erklärung der Sinnhaftigkeit einer Suche nach konsensualen Lösungen habe ich auch für mich persönlich wertvolle neue Erkenntnisse und Verhaltensweisen lernen können. Christian von Baumbach ist aufgrund seines sympathischen, nahbaren und authentischen Wesens hervorragend darin, auch „streitbare Geister“ von Mediation und Schlichtung zu überzeugen.“
Christian von Baumbach in der Kabine einer Komatsu-Baumaschine im Komatsu Techno Center, Japan

Erfahrung am Bau

  • Seit fünf Jahren Trainer in der Schlichtungsausbildung der Arbeitsgemeinschaft Bau- und Immobilienrecht (ARGE Baurecht) im Deutschen Anwaltverein (SOBau)
  • Supervision, Fallberatung und Moderation für Schlichterinnen und Schlichter der SOBau-Liste
  • Mediation und Moderation in Bauprojekten, zwischen Auftraggebern, Planern und Ausführenden
  • Mediator (zertifiziert nach Mediationsgesetz, BM, QVM), Supervisor, Trainer

Die Baubranche kenne ich auch aus der Industrie. Ein Jahr habe ich im Hauptquartier von Komatsu in Tokio gearbeitet, einem der weltweit größten Hersteller von Baumaschinen, in der Abteilung für interne Fortbildung.

Mehr unter Über mich.

Häufige Fragen

Muss das Projekt während der Mediation ruhen?

Nein. Die Mediation läuft parallel zum Bau. Oft ist das der Grund, sie zu wählen: Die Beteiligten müssen ohnehin weiter zusammenarbeiten, und eine Vereinbarung in wenigen Wochen ist wertvoller als ein Urteil nach Jahren. Bei langen Projekten kann die Mediation in eine regelmäßige Begleitung übergehen.

Können Anwälte und Sachverständige teilnehmen?

Ja, wenn alle Beteiligten zustimmen. Anwälte beraten ihre Partei und prüfen die Vereinbarung, Sachverständige klären Fachfragen. Die Entscheidung bleibt bei den Beteiligten.

Was unterscheidet Mediation von einer Schlichtung nach SOBau?

Beide gehören zu den alternativen Streitlösungsverfahren. Die Schlichtung orientiert sich stärker am geltenden Recht. Die Schlichterin oder der Schlichter kann den Streit bewerten und einen Schlichtungsvorschlag machen. Die Parteien können ihn annehmen oder ablehnen. In der Mediation entwickeln die Beteiligten die Lösung selbst, und ich verantworte das Verfahren. Ich bin nicht als Schlichter tätig, bilde aber seit fünf Jahren Schlichter aus. Im Vorgespräch klären wir, welches Verfahren zu Ihrem Fall passt.

Was kostet eine Baumediation?

220 € pro Stunde, 2.200 € pro Tag, jeweils zzgl. USt. Die Kosten werden in der Regel unter den Parteien geteilt. Bei mehreren Parteien und Sitzungen vor Ort kommen Reise- und Raumkosten hinzu. Details unter Ablauf und Kosten.

Ein kurzes Gespräch bringt Klarheit.

30 Minuten, kostenlos, vertraulich.